Angst oder Liebe? Erziehung oder Beziehung? Kontrolle oder Vertrauen?

»Wir glauben, wir wüssten, was Kinder lernen müssten, damit sie später auf diese Welt gut vorbereitet sind.«

Wie anmaßend das doch ist. Woher meinen wir, zu wissen, was unsere Kinder lernen müssten? Ist es nicht eher unsere Angst, die uns treibt, unsere Kinder mehr und mehr unter Druck zu setzen und sie mit “totem” Wissen vollzustopfen? Was ist das für eine Angst? Liegt es daran, dass wir den Kontakt zu uns selbst verloren haben, dass wir uns nicht mehr spüren und so auch unsere Kinder nicht mehr spüren können? Wir können nicht mehr spüren, was unsere Kinder wirklich brauchen, jetzt genau in diesem Moment. Wir sehen sie nicht wirklich, wir nehmen sie nicht wahr, weil wir uns selber nicht wahrnehmen. Wir sehen nicht, was für Fähigkeiten und Gaben, Gefühle und Sehnsüchte sie in sich tragen und ausdrücken wollen.

Was ist mit unseren eigenen Fähigkeiten und Gaben, Gefühlen und Sehnsüchten, unseren Schätzen?

Angst oder Liebe? Erziehung oder Beziehung? Kontrolle oder Vertrauen?Durften wir sie ausleben und ausdrücken? Ist es nicht langsam an der Zeit, uns vielleicht erst einmal um uns und unser eigenes inneres verletztes Kind und unseren tiefen Schmerz zu kümmern, bevor wir unsere Ängste auf unsere Kinder projizieren und sie zum Objekt machen?

Wir müssen uns erst einmal selbst wieder spüren, uns selbst begegnen und liebevoll annehmen. Erst dann können wir eine andere Haltung unseren Kindern und auch uns selbst gegenüber einnehmen. Wenn uns bewusst wird, mit welcher inneren Haltung wir uns selbst, anderen Menschen und der Welt begegnen, dann können wir aufhören unsere Kinder als defizitäre Wesen zu betrachten, denen etwas beigebracht werden muss, die lernen müssen, sich zu benehmen.

Erst dann können wir all die Schätze, die unsere Kinder in sich tragen sehen. Sie bringen alles mit, was sie wissen müssen. Es ist nicht die Aufgabe unser Kind zu formen, sondern ihm zu erlauben, sich zu entfalten, Wenn wir so mit unseren Kindern sein können, kommen wir unweigerlich in Kontakt mit unseren verdrängten Gefühlen. Es ist an der Zeit, unsere verdrängten Gefühle liebevoll zu fühlen, sie zuzulassen, statt die Gefühle, die unsere Kindern ausdrücken, die sie uns zeigen, zu bewerten in negative und positive Gefühle. Es gibt keine negativen und keine positiven Gefühle. Es gibt Gefühle. Hinter unseren Bewertungen steckt eine tiefe Angst, weil wir nicht damit konfrontiert werden wollen und weil wir damit nicht umgehen können. Kinder berühren unsere wunden Punkte und helfen uns damit richtig erwachsen zu werden. Genau in dem Berührtsein und dem Bewusstsein dafür liegt die Chance – die Chance unsere alten Prägungen und Konditionierungen, Muster und Glaubenssätze aufzubrechen und heil zu werden. Die Chance mit unseren Kindern gemeinsam zu wachsen.

Ich weiß es ist nicht immer leicht und wir werden uns so manches Mal hilflos fühlen. Aber wir werden immer authentischer werden. Der Weg lohnt sich, für uns und unsere Kinder.

Die Zeit ist JETZT!

Angst oder Liebe? Kontrolle oder Vertrauen? Erziehung oder Beziehung? Es ist unsere Entscheidung!

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